ALPot - Strategien für eine nachhaltige Aktivierung landwirtschaftlicher Bioenergie-Potenziale

(Projekt im Rahmen der Programmlinie Energie der Zukunft)
 
Contact:Gerald Kalt
Project Team:Gerald Kalt, Lukas Kranzl
 
Begin:
Jun 2008
Duration:
24 months
Status:
finished
 
Consortium:Austrian Energy Agency
Reinberg und Partner OEG - im-plan-tat
BOKU - Institut für nachhaltige Wirtschaftsentwicklung
 
Homepage: www.alpot.at
 
 
Further Project information:
PDF File
(68 kb)
 
Kurzfassung

Die Nutzung landwirtschaftlicher Biomasse besitzt das Potenzial, einen signifikanten Beitrag zu einem zukünftigen nachhaltigen Energiesystem in Österreich zu leisten. Neben treibenden Faktoren bestehen zahlreiche Barrieren, und eine Forcierung der Produktion und Nutzung von Energiepflanzen kann unter verschiedenen Gesichtspunkten sehr unterschiedlich bewertet werden. Im vorliegenden Projekt werden folgende Aspekte der landwirtschaftlichen Biomasse- und Bioenergieerzeugung analysiert:

(1) Eine zunehmende landwirtschaftliche Energieerzeugung erfordert die Bereitschaft der Landwirte. Auf Basis von Interviews mit Landwirten und Interessensvertretern werden die relevanten Entscheidungsstrukturen, Motivationen und Hemmnisse analysiert und in einem agentenbasierten Simulationsmodell abgebildet. (2) Die naturräumlichen Gegebenheiten der landwirtschaftlichen Flächen Österreichs stellen zusammen mit den Standortanforderungen der verschiedenen Kulturarten eine zentrale Rahmenbedingung für eine verstärkte Energiepflanzenproduktion dar. Auf Basis eines räumlich expliziten Modellierungsansatzes (GIS-Modell) werden diese analysiert und Szenarien der Ackerflächennutzung erstellt. (3) Agrarökonomische Aspekte einer verstärkten Produktion von Energiepflanzen sowie die Auswirkungen auf die Nahrungs- und Futtermittelproduktion werden unter Anwendung agrarischer Simulations- und Optimierungsmodelle untersucht. (4) Die Wirtschaftlichkeit energetischer Nutzungspfade landwirtschaftlicher Biomasse wird für unterschiedliche Szenarien und anhand eines energiewirtschaftlichen Simulationsmodells analysiert.

Die Ergebnisse der Befragungen lassen eine große Bandbreite sowohl an hemmenden, als auch begünstigenden Faktoren für landwirtschaftliche Energieerzeugung erkennen. Jene des agentenbasierten Modells zeigen, dass insbesondere ungünstige agrarische Rahmenbedingungen gekoppelt mit günstigen Rahmenbedingungen für eine Biomasse- bzw. Bioenergieerzeugung einen starken Trend in Richtung Energieerzeugung bewirken können. Unter Berücksichtigung der unterschiedlichen Betriebs- und Entscheidungstypen ergibt sich, dass im Jahr 2030 je nach agrar- und energiewirtschaftlichen Rahmenbedingungen zwischen 4 und 30% der gesamten landwirtschaftlichen Fläche (Acker und Grünland) für Bioenergieproduktion genutzt werden. Die Ergebnisse des GIS-Modells zeigen, dass eine Ausweitung der Energie¬pflanzenproduktion im Allgemeinen gut mit den naturräumlichen Gegebenheiten in Einklang zu bringen ist, da diese zum Teil besser den Standort¬bedingungen entsprechen als traditionelle Kulturarten. Allerdings verdeutlichen die agrarökonomischen Analysen die zunehmende Flächenkonkurrenz, die mit einer erhöhten Wirtschaftlichkeit des Energiepflanzenanbaus einhergeht. Dadurch kommt es zu einer Re¬duktion der Nahrungs- und Futtermittelproduktion, insbesondere bei Weizen und Körnermais.

Die Simulationen des Bioenergiesektors zeigen, dass die zukünftige Bedeutung von Biomasse für die österreichische Energieversorgung stark von den energiepolitischen Rahmenbedingungen und insbesondere die Ausschöpfung der landwirtschaftlichen Rohstoffpotenziale von den Preisentwicklungen bei fossilen Energieträgern abhängt. Außerdem zeigt sich hinsichtlich des Förderbedarfs, der Effizienz (Treibhausgasreduktion, Einsparung fossiler Energieträger) sowie des möglichen Beitrags zur Energieversorgung eine starke Abhängigkeit von der Schwerpunktsetzung beim Energiepflanzenanbau. Mit Ligno-Zellulose (Kurzumtriebsholz) werden aufgrund der guten Wirtschaftlichkeit der Wärme-erzeugung aus Holz die besten Kosten-Nutzen-Relationen erzielt. Die Chancen der Biogas-technologie sind vor allem in der Erzeugung von Biomethan aus Reststoffen, überschüssigen Grünlanderträgen und (bei ausreichender Förderung) aus Zwischenfrüchten zu sehen.

Die mit Kurzumtriebsholz erzielbaren Treibhausgaseinsparungen belaufen sich in einer Simu¬lation unter Annahme derzeitiger Förderbedingungen auf bis zu 3 Mt CO2-Äqu. im Jahr 2020 und 5,7 Mt im Jahr 2030. Landwirtschaftliche Biomasse macht in diesem Szenario 3 (2020) bzw. 6% (2030) des inländischen Primärenergieverbrauchs aus. Allerdings werden dafür auch ein Viertel (2020) bzw. die Hälfte (2030) der verfügbaren Ackerfläche (kein Grünland) benötigt. Bei einem Fokus auf konventionelle Ackerfrüchte bzw. Biogas sind die unter der Annahme derzeitiger Förderbedingungen erzielbaren Einsparungen deutlich geringer.

 
Downloads:
Endbericht:
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(5866 kb)
Zusammenfassung:
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(217 kb)
Summary (in English):
PDF File
(203 kb)
 
last update downloads: 2010-09-02

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