Heizen 2050

(Dieses Projekt wird aus Mitteln des Klima- und Energiefonds gefördert.)
 
Contact:Peter Biermayr
Project Team:Peter Biermayr, Lukas Kranzl, Andreas Müller
 
Begin:
May 2008
Duration:
24 months
Status:
finished
 
Consortium:AEE Institut für nachhaltige Technologien (AEE INTEC)
Austrian Bioenergy Center (ABC)
Institut für Wärmetechnik, TU Graz
 
Homepage: www.eeg.tuwien.ac.at/heizen2050
 
Kurzfassung

Die Entwicklung des zukünftigen Wärmebedarfs und der zukünftigen Wärmeversorgung von Gebäuden ist für die Erreichung nationaler Ziele im Bereich Klimaschutz und erneuerbare Energie von zentraler Bedeutung. Im Projekt Heizen 2050 erfolgt aus diesem Grund die Analyse der langfristigen Entwicklung der österreichischen Gebäude, deren Wärmebedarf und der Wärmebedarfsdeckung bis zum Jahr 2050. Betrachtet werden dabei Wohngebäude und Nicht-Wohngebäude zahlreicher Kategorien. Hierfür werden die Energiedienst-leistungsbereiche Raumwärme und Wärme für die Brauchwassererwärmung untersucht. Die Entwicklungen werden in Szenarien dargestellt und analysiert. Der methodische Kern von Heizen 2050 besteht aus dem Gebäudemodell ERNSTL/EE-Lab das die Entwicklung des Gebäudebestandes, die Investitions-entscheidungen der Investoren und das Nutzerverhalten der Gebäudenutzer über die Zeit abbildet. Der überwiegende Anteil des Datenhintergrundes besteht aus disaggregierten Querschnittsdaten. Bei der Berechnung der Investitions-entscheidungen wird ein multinominaler Logit Ansatz verwendet. Die Ergebnisse von Heizen 2050 zeigen für den Zeitraum nach 2020 nur noch einen leichten Anstieg der Gebäudezahl und ab 2030 eine Stagnation. Im Jahr 2050 wird es in Österreich voraussichtlich 1,855 Mio. Wohngebäude und 255.000 Nicht-Wohngebäude, zusammen also 2,110 Mio. Gebäude geben. Durch Gebäude-sanierung kann im Betrachtungszeitraum bis 2050 vor allem bei Gebäuden der Bauperioden von 1945 bis 2000 ein sehr großes Einsparpotenzial umgesetzt werden. Wesentlich ist jedoch, dass bestmögliche Sanierungsqualität realisiert wird, da sonst schlecht sanierte Gebäude in Form des “Lock in Effektes“ bis 2050 konserviert werden. Der Energiebedarf für Raumwärme und Brauchwassererwärmung in österreichischen Gebäuden erreichte im letzten Jahrzehnt mit ca. 103 TWh/a sein Maximum und sinkt im Modell unter der Annahme von qualitativ hochwertigen Sanierungen bis 2050 um 50% auf einen Wert von ca. 52 TWh/a. Der Effekt der Klimaerwärmung reduziert den Energiebedarf je nach Szenario zusätzlich um 8% - 15%. Beim Anteil erneuerbarer Energie unterscheiden sich verschiedene Szenarien vor allem im Zeitraum um das Jahr 2030. Hier besteht eine Bandbreite von 65% - 90% Erneuerbare im Energiemix des Jahres 2030. Schlussfolgernd kann gesagt werden, dass zur langfristigen Minimierung des Energieverbrauchs für die Raumheizung und Brauchwassererwärmung ein Bündel an Maßnahmen erforderlich ist. Die Sicherstellung einer hohen Sanierungsqualität ist einer der wesentlichsten Punkte. Sehr guter Wärmeschutz, die Errichtung von Niedertemperatur-Wärmeverteilsystemen und der ausschließliche Einsatz von Technologien zur Nutzung erneuerbarer Energie müssen energiepolitisch abgesichert werden. Darüber hinaus kommt der Entwicklung von technologischen Schlüsselkomponenten wie der Wärmespeicher mit hoher Wärmedichte große Bedeutung bei anstehenden Systeminnovationen zu.

Abstract

The future demand and supply of heat is very important to reach national goals in the areas climate protection and renewable energies. Therefore the project “Heizen 2050” analyzes the heat demand and the heat supply of Austrian buildings until 2050. Residential buildings and non-residential buildings of various categories were considered. The energy services space heating and water heating were analyzed. The developments were illustrated in scenarios. The computer model ERNSTL/EE-Lab is the methodical core of “Heizen 2050”. The model illustrates the development of the state of the building, investment decisions and the user behaviour. Most of the data consists of disaggregated cross-section data. A multinomial Logit approach is used in order to calculate investment decisions. The results of “Heizen 2050” show a slight increase of buildings after 2020 and stagnation from 2030 onwards. In 2050 there will presumably be 1.855 million residential buildings and 2.110 million non-residential buildings in Austria. A lot of energy can be saved thanks to renovation of buildings, especially buildings of the period between 1945 and 2000. It is essential that the renovation is done optimally otherwise badly renovated buildings are preserved due to the “lock in effect” until 2050. The heat demand for space heating and water heating peaked in the last decade with 103 TWh/a. With high quality renovation the demand should decrease by 50% to 52 GWh/a until 2050. Due to global warming the demand for heat further decreases by 8% - 15% depending on the scenario. The various scenarios differ concerning the amount of renewable energies especially for the period around 2030. Concluding many energy policy measures and R&D policy measures are necessary to reduce the energy consumption for space heating and water heating on the long term. Mainly it is important to ensure a high quality renovation. Energy politics have to assure good insulation, low temperature heat distribution systems as well as the exclusive use of renewable energy technologies. Furthermore the development of heat storages with high heat density is also very important.
 
Downloads:
Endbericht Heizen 2050:
PDF File
(2801 kb)
 
last update downloads: 2011-03-21

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