EconRES - Wirtschaftskraft Erneuerbarer Energie in Österreich

(Wirtschaftskraft Erneuerbarer Energie in Österreich & Erneuerbare Energie in Zahlen)
 
Contact:Raphael Bointner
Project Team:Peter Biermayr, Raphael Bointner
 
Begin:
Oct 2012
Duration:
9 months
Status:
finished
 
Consortium:Energieinstitut an der Johannes Kepler Universität GmbH (EI)
Österreichisches Institut für Wirtschaftsforschung (WIFO)
Erneuerbare Energie Österreich
 
 
 
Further Project information:
PDF File
(4806 kb)
 
EconRES Der Primärenergieverbrauch zur Bereitstellung von Energiedienstleistungen für Haushalt, Industrie und Mobilität beruht in Österreich hauptsächlich auf fossilen Energieträgern. Damit verbunden sind eine hohe Importabhängigkeit, eine kritische Versorgungssicherheit, geringe Energiesouveränität und hohe Treibhausgasemissionen. Die zunehmenden Probleme des zentral organisierten und großteils auf dem Einsatz fossiler Energieträger basierenden Energiesystems erfordern neue Lösungsansätze. Zur zukunftsfähigen Be-reitstellung von Energiedienstleistungen bietet sich die Kombination von Energieeffizienz, Energiespeicherung und der Nutzung erneuerbarer Energie an. Vor diesem Hintergrund ist aus ökologischer, gesellschaftlicher und makroökonomischer Sicht eine breite Forcierung von erneuerbaren Energieträgern anzustreben. Damit stellt sich die Frage nach den konkreten, quantitativ messbaren Auswirkungen des Einsatzes erneuerbarer Energieträ-ger, um fundierte Entscheidungen auf Unternehmens- und Politikebene treffen zu können. Entsprechend dieser Fragestellung ist das Ziel dieser Studie das Erfassen des Status-Quo der Nutzung erneuerbarer Energie in Österreich unter Anwendung einer erprobten und bewährten Methodik in einer in sich konsistenten Arbeit. Die makroökonometrische Simulationsanalyse zeigt eine Erhöhung des Brutto-inlandproduktes um 1.647 Mio. € im Jahr 2011 gegenüber einer Situation ohne den Ausbau von erneuerbaren Energieträgern im österreichischen Energiesystem seit dem Jahr 2000. Im Zeitraum 2000 bis 2011 ist eine Erhöhung des BIP um durchschnittlich 398 Mio. € pro Jahr generiert worden, was einem durchschnittlichen Anteil von 0,1 % am österrei-chischem BIP entspricht. Zudem wurden durch die Forcierung erneuerbarer Energieträger durchschnittlich 3.300 Beschäftigungsverhältnisse geschaffen. Auslöser dieser Effekte sind neben den Investitionsimpulsen zur Strom-, Wärme und Treibstoffproduktion auf Ba-sis Erneuerbarer, die Installation von Raumwärme-Heiztechnologien und insbesondere positive Leistungsbilanzeffekte infolge der Reduktion von (fossilen) Energieimporten. Se-kundäreffekte durch das Wirtschaftswachstum und den Beschäftigungszuwachs wie Er-höhungen der allgemeinen Investitionstätigkeiten und der Lohnsumme komplettieren die positiven wirtschaftlichen Auswirkungen. Bei Betrachtung der Steuereinnahmen wird er-sichtlich, dass die verstärkte Integration von Erneuerbaren in das österreichische Ener-giesystem seit 2000 zu einer Reduktion der Energiesteuereinnahmen um 186 Mio. € pro Jahr geführt hat. Wird diese Reduktion der Steuereinnahmen durch eine Senkung der öf-fentlichen Ausgaben kompensiert, so ergibt sich mit 149 Mio. € pro Jahr ein immer noch signifikant positiver Beitrag zum österreichischen BIP. Die insgesamt positiven volkswirtschaftlichen Effekte erlauben auch die Feststellung einer doppelten Dividende in Österreich durch die Implementierung eines höheren Anteils von erneuerbaren Energieträgern am Endenergieverbrauch in Österreich: Die positiven öko-nomischen Auswirkungen werden begleitet durch eine simultane Reduktion negativer öko-logischer Auswirkungen. Dies wird vor allem geprägt durch geringere kumulierte Treib-hausgasemissionen seit dem Jahr 2000 in der Höhe von 49 Mio. Tonnen CO2-Äquivalent, das etwa 60% des Jahresausstoßes 2010 an Treibhausgasen in Österreich entspricht. Dadurch konnten seit 2005 je nach Berechnungsmethode 682 Mio. bis 1,45 Mrd. EUR an CO2-Kosten eingespart werden. Bei Energiesubventionen kann festgehalten werden, dass fossile und erneuerbare Energieträger von einer Vielzahl von Förderungen profitieren, wobei sich das exakte Fördervolumen nicht bestimmen lässt. Erdöl und Erdgas profitieren vor allem von nicht-budgetierten Subventionen, erneuerbare Energieträger zum Großteil von budgetierten Subventionen, die folglich auch klarer messbar sind. Zu den positiven volkswirtschaftlichen Effekten trägt auch österreichisches Know-How bei. Die öffentlichen Energieforschungsausgaben sind zwar in den letzten Jahren sehr stark gestiegen, dennoch sind Vergleichsländer wie Dänemark, Finnland, Norwegen, Schweden und die Schweiz beim Know-How im Bereich erneuerbare Energie zum Teil deutlich vor Österreich. Die privaten F&E-Ausgaben für erneuerbare Energietechnologie (143,8 Mio. EUR) waren 2009 um etwa den Faktor 3,2 höher als die öffentlichen Ausgaben (45,2 Mio. EUR), zusammen wurden im Jahr 2009 189 Mio. EUR in Energieforschung investiert. In den einzelnen Sparten erneuerbarer Energie zeigt sich jedoch ein sehr differenziertes Bild. Das ist auch bei Patenten in erneuerbaren Energietechnologien zu beobachten. Die Patentanmeldungen haben sich in den letzten zwanzig Jahren mehr als versechsfacht. Im Gegensatz zum Know-How durch öffentliche Energieforschungsausgaben offenbart sich bei Patentanmeldungen aus Österreich im Maßstab zu den Vergleichsländern eine gute Situation. Darüber hinaus lassen sich je nach Wahl der Systemgrenze allein für die öster-reichischen Hersteller erneuerbarer Energietechnologien die Umsätze der letzten Jahre auf 2,2 bis 3,6 Mrd. EUR und die Beschäftigten auf 8.500 bis 21.700 Vollzeitäquivalente schätzen, inkl. Betriebseffekten erhöhen sich im Jahr 2011 die Umsätze auf 5,5 Mrd. EUR und die Beschäftigten auf 38.700 Vollzeitäquivalente. Dennoch sind noch weitere Herausforderungen zu lösen, die aus makroökonomischer Perspektive für Österreich von Bedeutung sind. Das Energiesystem steht global, in Europa und Österreich vor einer gravierenden Transformation. Dabei wird es entscheidend sein, Änderungen im Marktumfeld und Innovationen möglichst rasch zu erkennen und entsprechende Akzente zur Adaption zu setzen. Hier kommt einer langfristigen Ge-samtstrategie zur nachhaltigen Energieversorgung eine entscheidende Rolle zu, die sowohl angebotsseitige als auch nachfrageseitige Maßnahmen setzt. In diesem Punkt sind die Unternehmen und die politischen Entscheidungsträger gleichermaßen gefordert.
 
Downloads:
Entwicklung der erneuerbaren Energie in Österreich - Peter Biermayr:
PDF File
(639 kb)
Energieforschung, politische Empfehlung und Zusammenfassung - Raphael Bointner:
PDF File
(2071 kb)
Volkswirtschaftliche Effekte - Robert Tichler und Sebastian Goers:
PDF File
(1760 kb)
 
last update downloads: 2013-09-16

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