Optimal Supply of Residential Buildings with Energy Services from Society’s Point-of-view

(proposal)
 
Contact:Reinhard Haas
 
Begin:
Sep 2002
Duration:
36 months
Status:
finished
 
Funding:
(FWF)
 
 

Ein großes Potential an Treibhausgas- und Energieverbrauchsreduktion liegt in der thermisch-energetischen Verbesserung des Gebäudebestands. Bei der Auswahl von Technologien bzw. Maßnahmen zur Erschließung dieses Potentials können aus gesellschaftlicher Sicht folgende Ziele verfolgt werden:

  • Minimiere soziale Kosten (= Summe aus monetären und externen Kosten)
  • Minimiere Treibhausgasemissionen (kumuliert, Investition und Betrieb)
  • Minimiere Energieverbrauch (kumuliert, Investition und Betrieb)

Im gegenständlichen Projekt wird mittels eines eigens entwickelten Simulationsmodells untersucht, welchen Einfluß oben genannte Ziele auf Technologiewahl, Treibhausgasemissionen und Energieverbrauch für Beheizung und Warmwasserbereitung im österreichischen Wohngebäudebestand bis zum Jahr 2020 haben. Die Ergebnisse bei Anwendung oben genannter Ziele werden mit dem Ziel „minimiere monetäre Kosten“ kontrastiert, womit der Entscheidungsprozess eines im engeren ökonomischen Sinn rational entscheidenden Konsumenten abgebildet wird.

Wesentliche Rahmenbedingungen wie beispielsweise Entwicklung von Energiepreisen oder maximale Sanierungsraten wurden in einem „Baseline-Szenario“ definiert. Unter Annahme des Baseline-Szenarios können bei allen Optimierungszielen substantielle Reduktionen an jährlichen Treibhausgasemissionen erreicht werden, selbst im Fall „minimiere monetäre Kosten“ (33% Reduktion, Vergleich 2020 – 2002, ohne Neubau). Weitergehende Reduktionen in den Fällen „minimiere soziale Kosten“ (40%) und „minimiere Lebenszyklus-Treibhausgasemissionen“ (49%) sind zu stark differierenden Kosten für die zusätzlich eingesparten Treibhausgasemissionen möglich. Die Kosten für jede zusätzliche eingesparte Tonne CO2(-Äquivalent) im Vergleich zum Szenario „minimiere monetäre Kosten“ sind für den Fall „minimiere soziale Kosten“ beinahe um den Faktor 4 niedriger als bei Anwendung des Ziels „minimiere Lebenszyklus-Treibhausgasemissionen“. Im Fall „minimiere Lebenszyklus-Treibhausgasemissionen“ kommen also relativ teure Technologien (z.B. teilsolare Raumheizung) zum Einsatz.

In jedem Simulationsfall unter Preisannahmen des Baseline-Szenarios erfolgt ein massiver Wechsel weg von Ölheizungen, außer bei „minimiere monetäre Kosten“ gibt es auch einen – allerdings geringer ausgeprägten - Trend weg vom Erdgas. Dies deutet darauf hin, dass zur Zeit vorherrschende Energiepreisrelationen mit moderat ansteigender Tendenz Anreiz genug für diesen Energieträgerwechsel bei nüchterner ökonomischer Kalkulation sein sollten. Die Bedeutung von Fernwärme und Biomasse-Energieträgern wächst.

Die Modellresultate lassen erkennen, dass es möglich ist, durch Förderungen (Investitionszuschüsse) die Energieversorgung im Wohngebäudebereich in Richtung gesellschaftlich optimaler Pfade zu lenken. Es existiert jedoch ein Spannungsfeld zwischen Effizienz (Verhältnis von eingesparten Treibhausgasemissionen zum Gesamtvolumen an von der öffentlichen Hand gewährten Geldmitteln) und Effektivität (Gesamtvolumen an eingesparten Treibhausgasemissionen) verschiedener Fördermodelle, das es im Zuge des politischen Entscheidungsprozess zu lösen gilt.

 
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last update downloads: 2016-11-21

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