Analyse der volkswirtschaftlichen Bedeutung der energetischen Nutzung von Biomasse

  • Finished
  • Started: Jan 2000
  • Ended: May 2002
  • Together with
    • BMWV

Members

Project description

Die öffentliche Förderung der energetischen Biomasse-Nutzung ist seit Jahren immer wieder

Gegenstand heftiger Diskussionen.

Das Ziel dieser Studie ist es, die Vielzahl an volkswirtschaftlichen

Auswirkungen der Biomasse

systematisch zu analysieren – insbesondere bisher unzureichend

behandelte

Aspekte, wie regionale und soziale Verteilungsaspekte und langfristige

strategische

Auswirkungen. Daraus wird eine Antwort auf die Frage abgeleitet, ob –

und wenn ja, wie – Biomasse effizient gefördert werden soll. Die

Untersuchung bezieht sich auf die Nutzung von

Biomasse zu Heizzwecken, wobei Abhängigkeiten zu anderen Formen des

Biomasse-Einsatzes – z.B. der Verstromung in KWK – berücksichtigt

werden.

Am Beginn der Arbeit steht die Dokumentation der derzeitigen

Nutzung und der zusätzlich nachhaltig nutzbaren Potenziale der Biomasse.

Aufbauend auf der Analyse bisheriger Studien wird eine Methodik entworfen, mit der fĂĽr eine

Reihe von Biomasse-Anwendungen Indikatoren der volkswirtschaftlichen Bedeutung

ermittelt werden. AbschlieĂźend werden Szenarien der Biomasse-Forcierung bis 2020

entwickelt und deren volkswirtschaftliche Effekte ermittelt – unter Annahme verschiedener

kĂĽnftiger Ă–lpreisentwicklungen.

Die wichtigsten Ergebnisse dieser Analyse sind: Wird Biomasse ab sofort forciert, so kann

der Anteil der mit Biomasse beheizten Wohneinheiten – bei gleichzeitiger Verbesserung der

thermischen Qualität – bis zum Jahr 2020 auf 44% gesteigert werden. Dazu werden

zusätzlich etwa 100 PJ/a an Biomasse benötigt. Dies entspricht in etwa dem zusätzlich bis

2020 nachhaltig nutzbaren Potenzial. Hinsichtlich der volkswirtschaftlichen Effekte besitzen

langfristige strategische Aspekte (Absicherung gegen das Risiko von

Versorgungsengpässen) 16 Mio. FM (o. Rinde) pro Jahr 10 Mio. m3 Schnittholz SNP:20 Mio.

SRM die größte gesamtwirtschaftliche Relevanz (Reduktion von Treibhausgasen und der

Abhängigkeit von fossilen Energieträgern um 6%, Verringerung des Handelsbilanzdefizits

um ca. 4-6%, Erhöhung der Preisstabilität), gefolgt vom ökonomischen Impuls für

strukturschwache Regionen (4000 Arbeitsplätze).

 

Etwas geringer ist Bedeutung der

Luftschadstoffemissionen (Erhöhung um ca. 2%). Der Beschäftigungseffekt der Biomasse

bewirkt eine Verringerung der Arbeitslosigkeit um etwa 4-6%. Von geringerer

gesamtwirtschaftlicher Relevanz ist die Belastung des Staatshaushaltes (0,4-1,6% des

Budgetdefizits), die sich durch den Entfall von Energiesteuern sowie der Förderung von

Biomasse ergibt, sowie der Einkommenseffekt (0,1% Steigerung des BIP).

Die positiven Effekte auf die Gesamtwirtschaft ĂĽberwiegen auch im

Fall langfristig niedriger

Energiepreise die dämpfenden Auswirkungen, die u.a. von der Belastung

des Staatshaushaltes

im Zuge einer Biomasse-Forcierung ausgehen. Kommt es jedoch zu einer

Ă–lpreissteigerung,

so erhöhen sich die positiven Effekte stark, während die Belastung des

Staatshaushaltes um knapp 50% sinkt. Biomasse ist daher eine

Absicherung gegen die negativen

Folgen hoher Ă–lpreise, die auch dann positive volkswirtschaftliche

Wirkungen hervorruft,

wenn das fossile Preisniveau langfristig nieder bleiben sollte.

Downloads

Last updated: 01 Jun 2005