Hemmnisse und fördernde Faktoren bei der Markteinführung innovativer Wohnbauten

eine Informationsoffensive für Planer, Wohnbauträger und Technologieproduzenten

  • Finished
  • Started: Sep 2001
  • Ended: Sep 2002

Members

Dipl.-Ing. Dr. Peter Biermayr
Dipl.-Ing. Dr. Ernst Schriefl

Project description

Kurzfassung

Von der Forcierung innovativer Wohnbauten wird ein wesentlicher

Beitrag zu einer nachhaltigen Gesellschaftsentwicklung erwartet. Die

Markteinführung entsprechender Bauten wird jedoch von unterschiedlichen

hemmenden und fördernden Faktoren beeinflusst, deren Erforschung das

Thema von umfangreichen Grundlagenstudien der ersten Stufe des

Forschungsprogramms "Haus der Zukunft" war.

Ziel des gegenständlichen Forschungsprojektes ist es, Informations-

und Motivationsdefizite bei den Zielgruppen Gebäudeplaner,

Wohnbauträger und Technologieproduzenten durch offensive

Informationsarbeit zu reduzieren und damit einen entscheidenden Impuls

für eine stärkere Diffusion von innovativen Wohnbauten zu geben.

Methodisch werden zunächst die Ergebnisse bereits verfügbarer Studien

inhaltlich zusammengefasst, zielgruppenorientiert aufbereitet und

anschließend offensiv an die Zielgruppen weitergegeben. Erfasste

Zielgruppen sind hierbei im Detail Wohnbauträger, Architekten,

Baumeister, Haustechnikplaner und ausgesuchte Technologieproduzenten

(Anbieter von extremer Wärmedämmung, kontrollierter Lüftung,

Kachelofen-Ganzhausheizung und Pellets-Heizsystemen) in Österreich. In

der erstellten Zielgruppen-Adressdatenbank konnten ca. 9400

österreichische Betriebe erfasst werden. Bei der

Informationsverbreitung wird explizit auf die Zielfunktionen der

unterschiedlichen Zielgruppen eingegangen, um die zugehörigen Akteure

zu motivieren, und die Informationsaufnahme sowie die anschließende

Umsetzung zu fördern. Zur Informationsweitergabe an die Zielgruppen

wurden zielgruppenspezifische Internet-Informationsplattformen

errichtet, wobei die österreichische Grundgesamtheit der Zielgruppen

offensiv über die Existenz der Plattformen über E-Mails und

postversandte Erstinformationen informiert und zur Nutzung selbiger

motiviert wurde. Die Erstinformation erreichte ca. 8900 Betriebe der

Zielgruppen.

Durch die Analyse von Logfiles der Internet-Informationsplattformen

konnte eine Evaluierung der erfolgten Nutzung der Plattformen durch die

Zielgruppen durchgeführt werden. Dabei stellte sich heraus, dass die

verschiedenen Zielgruppen das Informationsangebot mit stark

unterschiedlichen Intensitäten nutzen. Haben während eines

dreimonatigen Beobachtungszeitraumes 91% aller Lüftungsanlagenanbieter

die Informationsangebote genutzt, so waren es bei der Zielgruppe der

österreichischen Baumeister nur 5% aller Betriebe. Generell lässt sich

sagen, dass die wesentlichen Entscheidungsträger im Baugeschehen,

nämlich Wohnbauträger, Architekten und Baumeister sehr geringe

Zugriffsraten aufweisen, alle anderen Zielgruppen moderate bis

erstaunlich hohe. Das Informationsangebot wurde im Beobachtungszeitraum

von ca. 800 österreichischen Betrieben genutzt, wobei das Interesse der

Nutzer auf Informationen bezüglich energierelevanter Wohnbauförderungen

und Broschüren zu Planungsthemen fokussiert. Schlussfolgernd kann

gesagt werden, dass die durchgeführte ambitionierte

Informationsoffensive Produzenten innovativer Technologien und auch

Haustechnikplaner gut erreichen konnte. Um jedoch Wohnbauträger,

Architekten und Baumeister von der Bedeutung nachhaltigen Bauens zu

überzeugen, werden in der Zukunft noch weitere, große Anstrengungen,

unterstützt durch den massiven Einsatz energiepolitischer Instrumente

von Nöten sein.

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Last updated: 01 Jun 2005