T2LowEX

Transformation von konventionellen Wärmenetzen in Richtung Niedertemperaturnetze durch sekundärseitige Maßnahmen

  • Ongoing
  • Started: Apr 2017
  • Expected end: Apr 2020

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Project description

 

Die signifikante Reduktion der Temperaturniveaus in Fernw√§rmenetzen ist ein wichtiger Baustein zur Schaffung zukunftsf√§higer Nah- und Fernw√§rmesysteme. In T2LowEx werden systematische Methoden zur Abnehmer- und Netzanalyse sowie Gesch√§ftsmodelle entwickelt, die eine Umsetzung von temperatursenkenden Ma√ünahmen unterst√ľtzen.

 

 

Fernw√§rme versorgt derzeit in √Ėsterreich mehr als 20 % des gesamten Energiebedarfs zur Raumw√§rme- und Warmwasserbereitstellung - Tendenz steigend. Es ist allgemein zu erwarten, dass der zus√§tzliche Fernw√§rmeausbau allerdings vorwiegend durch den Ausbau von existierenden Netzen erfolgen wird. Dieses Projekt widmet sich daher der systematischen Erforschung, Umsetzung und Evaluierung von sekund√§r-/ kundenseitigen energieeffizienzsteigernden Ma√ünahmen in bestehenden W√§rmenetzen mit Fokus auf die Reduktion der Vor- und R√ľcklauftemperaturen. Diese spielen eine zentrale Rolle f√ľr die Effizienz der W√§rmeverteilung und W√§rmebereitstellung sowie der Integrierbarkeit von erneuerbaren, niederexergetischen W√§rmequellen (z.B. Solarthermie). Das Qualit√§tsmanagement Programm qm heizwerke und internationale Praxiserfahrungen zeigt deutlich auf, dass hohe Potentiale f√ľr Temperatursenkungen in √∂sterreichischen W√§rmenetzen zu erwarten sind.

 

 

Reduktionen der W√§rmenetztemperaturen k√∂nnen aber nur dann erzielt werden, wenn vor allem bei bestehenden sekund√§rseitigen Anlagen (Kundenanlagen) Optimierungs-ma√ünahmen identifiziert und umgesetzt werden. Daf√ľr ist es notwendig die Identifikation und Vorgangsweisen zur Optimierung von Kundenanlagen systematisch zu untersuchen sowie das erzielbare √∂kologische Potential und die damit verbundenen monet√§ren Einsparungen aufzuzeigen. Die Arbeiten in T2LowEx sollen diesbez√ľglich systematische Antworten auf die folgenden Fragestellungen liefern:

 

  • Mit welcher Methodik k√∂nnen automatisiert Optimierungspotentiale und Ma√ünahmen bei bestehenden Kunden zur Reduktion der W√§rmenetztemperaturniveaus identifiziert werden?
  • Welcher Stakeholder profitiert in welchem Umfang von Ma√ünahmen und wer tr√§gt in welchem Ausma√ü die Kosten?
  • Welche Tarif- und Gesch√§ftsmodelle bieten Kunden wie auch Fernw√§rmeversorgungsunternehmen Anreize, solche Ma√ünahmen umzusetzen?

 

 

Der innovative Ansatz dieses Projektes liegt darin, dass die systematische und kosteneffiziente Optimierung von bestehenden Kundenanlagen (Sekundärseite) in das Zentrum der Analyse gesetzt wird. Auf den techno-ökonomischen Analysen aufbauend, werden im Rahmen eines Stakeholderpartizipationsprozesses Tarif- und Geschäftsmodelle entwickelt, welche sowohl den Kunden als auch den Wärmeversorgern Anreize liefern, solche Maßnahmen umzusetzen.

 

 

Es werden bei mindestens f√ľnf existierenden, verschiedenartigen W√§rmenetzen (u.a. Wien, Salzburg, Gleisdorf, Ried), umfassende Vor-Ort Datenerhebungen und Analysen der Potenziale und Ma√ünahmen durchgef√ľhrt, sowie ausgew√§hlte Ma√ünahmen umgesetzt und evaluiert. Zus√§tzlich werden die Netze und W√§rmeabnehmer in umfassenden dynamischen Simulationen abgebildet und die Wirkungen weiterer Ma√ünahmen unter verschiedenen Rahmenbedingungen evaluiert. Basierend auf bestehenden W√§rmenetz-Datenbanken werden die Fallstudienergebnisse auf den gesamt√∂sterreichischen Fernw√§rmesektor umgelegt und energiepolitische Handlungsempfehlungen entwickelt.

 

 

Das Projekt wird vom √Ėsterreichischen Klima- und Energiefonds im Rahmen des Energieforschungsprogramms 2017 gef√∂rdert.

Last updated: 12 Jun 2019